Abstraktion

Gegenständliches und Ungegenständliches

„… Wenn du einen Akt so malen würdest, mit dieser Freiheit, mit der Farbigkeit, dann wärst du da, wo du hin musst. Dies ist das seltsame Geheimnis der gegenständlichen Malerei, die es eigentlich gar nicht gibt. aber in der Sichtbarmachung des Gegenstandes gibt es sie wohl. ….

[metaslider id=2356 cssclass=““]

Nach der Erfindung der sogenannten „gegenständlichen Malerei“, gab es plötzlich die „abstrakte Malerei“, die es auch eigentlich nicht gibt. Und die war auf die Dauer ziemlich langweilig. Also man kann es netter sagen: sie hat sich dann irgendwie erschöpft. Du kannst wieder mal was schütten, kannst eine Nierenform immer wieder machen, du kannst ein konstruktives Bild malen, du kannst gerade Linien malen, oder sowas wie Vasarely machen und so weiter. Und da das alles Grenzen hatte, sind die Maler wieder auf die Gegenstände zurückgekommen. Aber nicht um den Gegenstand zu malen, sondern um die Abstraktion zu erweitern. Der Gegenstand nutzt uns heute zur Erweiterung der Abstraktion. ….

Die Einstellungen mit der du ein abstraktes Bild malst, das im Bild auf einen Gegenstand zu übertragen, dass du vor allem Spaß am Gegenstand hast, das ist letzten Endes dein Talent und du kannst dich am Gegenstand am besten mit anderen vergleichen. Eine meiner großen Theorien ist: In der Kunst gibt es nur Qualitätsfeststellung im Vergleich! Du musst vergleichen, was du siehst, egal wo du stehst, egal welche Position du einnimmst, egal was du machst, du musst immer vergleichen. ….

Deshalb ist es ja auch gut, dass ihr in die Kurse geht, dass ihr viele seid. Ich war mein ganzes Leben in Museen. Warum gehe ich ins Museum? Um mich ständig mit den Zauseln, die da hängen, zu vergleichen. Diese Freiheit, die ihr habt beim abstrakten Malen, nützt die, und versucht diese zu disziplinieren, zu beherrschen, dass man gegenständlich damit malen kann, dann hast du wirklich ein eigenes Universum, wo es nie Probleme gibt, was du malst, dann ist das automatisch gegeben. …“

Prof. Markus Lüpertz, Akademie der Bildenden Künste, Kolbermoor 2019

Camouflage

Camouflage kommt aus dem Französischen und bedeutet „Verschleierung“. Tatsächlich ist es eine französische Erfindung. Im Ersten Weltkrieg wurde diese Musterung von einer Gruppe Kubisten und Surrealisten, den Camoufleurs, für die französische Armee entwickelt. Sie wollten mit geometrischen Formen auf der Kleidung Soldaten in der Natur unkenntlich machen.

[metaslider id=1989 cssclass=““]

Zuvor trugen Armeeangehörige ihre Nationalfarben auf der Uniform, es galt, den Gegner einzuschüchtern und möglichst imposant auszusehen. Doch im modernen Krieg erwies es sich als viel zweckmäßiger, kein einfaches Ziel abzugeben.

In den sechziger und siebziger Jahren wurde der Military-Look dann als Protest gegen den Vietnamkrieg getragen. In den neunziger Jahren wurde aus dem Military-Look eine Modebewegung: Kurt Cobain trug die Military-Jacke auf der Bühne, Jean Paul Gaultier kreierte Looks ganz aus Camouflage-Musterung. Damit kam das Camouflage-Muster in die Damenmode.

Heute ist Tarnmusterung mehr denn je bei Frauen zu sehen. Früher gab es kaum ein maskulineres Muster als Camouflage. Es markierte den Mann, der sich selbst im Feld wähnt, entweder im Kriegseinsatz oder wenigstens im Wald auf der Pirsch nach einem kapitalen Hirsch. Nun aber bemächtigen sich die Frauen der Tarnkleidung. Eine Frau, die Camouflage trägt, gibt sich eine gewisse erdige, vielleicht sogar brutale Note. Tarnmusterung strahlt Autorität aus.

Pochoirs

Pochoir und Stencil ist eine Bezeichnung für Graffiti oder Street-Art, die mit Hilfe von Schablonen angebracht werden. Die Technik fand in Frankreich zum ersten Mal in größerem Stil künstlerische Verwendung (Blek le Rat)

Im Gegensatz zum freihändigen Graffito benötigt das Stencil die Anfertigung der Schablonen. Diese werden in der Regel aus Pappe, aber auch aus Kunststoff oder laminiertem Papier und – seltener – auch aus Metall oder Holz gefertigt und eignen sich dann für eine häufige Wiederholung eines Motivs. Komplizierte und großflächige Artefakte werden auf dünnem Maschendraht montiert. Die Kombination verschiedener Schablonen erlaubt mehrfarbige Motive. Zum Auftragen der Farbe können neben der Sprühdose auch Stupspinsel/Stupfpinsel, Ölkreide und Airbrush verwendet werden.

Die Technik der Erstellung von Motiven mittels einer Schablone ist so alt wie das künstlerische Schaffen der Menschheit selbst. Bereits die Steinzeit-Menschen spritzten Farbe beispielsweise über ihre Hände, die sie an eine Wand hielten, und erzeugten auf diese Weise ein Negativabbild.

Die Kombination von Pochoir mit Lithographien, Holzschnitten, Holzstichen, Zeichnungen oder Radierungen wandelte die Dekorationstechnik zu bildender Kunst. Jean Saudé, ein französischer Grafiker in Paris, veröffentlichte 1925 Traité d’enluminure d’art au pochoir, einen Leitfaden für die Pochoir-Technik. (Quelle: Wikipedia)

Die hier gezeigten Grafiken wurden mit zwei Schablonen mehrfarbig auf einen mit Acryl und Emulsionsfarbe vorbehandelten Malgrund (Fotokarton 300 g, und Dorée Papier 170 g)  gesprüht. Die Grafiken messen jeweils 70 x 50 cm.

English EN French FR German DE Spanish ES