Akt

In A Gadda Da Vida

In A Gadda Da Vida ist eine kleine Serie von insgesamt 4 Bildern, die auf die 60er Jahre der Rock Musik in der USA anspielen. Die Bilder waren Gegenstand der Ausstellung an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor vom 11. bis 13. März 2022.

Bildfolge A und D, Formate jeweils 155 x 75 cm, Acryl auf Leinwand, 2022.

Bildfolge B und C, Formate jeweils 155 x 75 cm, Acryl auf Leinwand, 2022

In-A-Gadda-Da-Vida ist ein 17-minütiges Rock-Stück der Gruppe Iron Butterfly aus dem Jahr 1968. Gerüchte besagen, dass der Liedtitel in Wirklichkeit In the Garden of Eden („Im Garten Eden“) gewesen sein soll, aber während der Proben und Aufnahmen vernuschelte der Sänger Doug Ingle diese Zeile unter dem Einfluss von LSD in die Nonsensphrase In-A-Gadda-Da-Vida. Später hieß es, dass Leadsänger Ingle den Titel nach dem Genuss von mehr als zweieinhalb Litern Wein so ausgesprochen habe; der Schlagzeuger Ron Bushy habe die Lautmalerei als eingängig empfunden und daher niedergeschrieben. Auf der Best-of-CD der Gruppe wird schließlich behauptet, dass Bushy den Track durch Kopfhörer hörte und so einfach nur missverstand, als ihm Doug Ingle den Titel des Songs nannte.

Akt in Bewegung

Überraschung, emotionale Beschäftigung wünscht sich Bogdan Pascu, bei dem ich eine Woche ein Seminar in Schruns besucht hatte.

Seine Beschäftigung mit der Kunst ist prozessorientiert und intuitiv. Die intensive sinnliche Erfahrung, die Leidenschaft während der Arbeit als Mittel zur Erkenntnis betrachtet er als zentrales Ziel der künstlerischen Auseinandersetzung. Qualität steht in direkter Relation zur Intensität der sinnlichen Erfahrung und zur Fähigkeit der Dauerbegeisterung.

Verdichtung, Vertiefung, Konzentration und Selbstdisziplin sind konstante Parameter der Malerei. Recherche, Dokumentation, Kontext, sozial-politisches Engagement, Themenbezug sind dem malerischen Prozess untergeordnet. Bilder müssen auf verschiedenen Wahrnehmungsebenen erfahrbar sein.

Expressive Gestik und der Arbeitsduktus sowohl in der Zeichnung als auch in der Malerei sind hervorzuhenben. Malerei bleibt immer offen, unfertig. Bilder sind Baustellen und Spielwiesen. Fehler und Korrekturen bleiben sichtbar und werden zu Gestaltungsmittel.

Aktmalerei

Von der Aktzeichnung zur Aktmalerei ist der Übergang nicht immer leicht. Nach Kreide, Tusche und Kohle kommen jetzt Farbe und Pinsel ins Spiel. Die Figur wird individualisiert, der Akt nimmt eigene Gesetze an. Die meisten der gezeigten Bilder wurden in Kolbermoor in der Sommerakademie gefertigt.

Wenn die Zeichnung, die Figur nicht stimmt, kann das Bild auch gemalt nichts werden. Man kann allerdings beim Malen korrigieren…. Du kannst durch den Hintergrund die Figur nicht kaschieren oder besser machen, die Figur muss stimmen und den Hintergrund kannst Du erstmal vergessen ….. Sich auf den Hintergrund einzulassen, kostet zu viel vergeudete Energie …. Das ist mir dann alles zu belanglos, Du musst zorniger werden, wütender, das ist die einfachste Methode, wenn Du Mut hast, dann geht’s. ich könnte gar nicht ohne Wut zeichnen ….. Konzentriere Dich nicht auf die ganzen Blätter, sondern auf die Figuren ….. Vielleicht solltest Du ein wenig größer arbeiten und leichter, nicht gleich so schwer, ein paar Auswüchse …. Du malst das was Du sowieso kannst, aber wenn Du dich ein bisschen drauf einlässt, dann hast Du andere Möglichkeiten, guck ein bisschen drauf, was da passiert, und wenn Du die Proportionen beherrscht, dann machst Du einen großen Oberkörper, oder einen kleinen. Ein bisschen hingucken, das ist eine Mischung aus Hingucken und dem was Du vorhast …..

Anregungen von Prof. Markus Lüpertz während des Grundstudiums im März 2019 in Kolbermoor.

Aktzeichnen

Unter Aktzeichnen versteht man die bildnerische Darstellung des nackten menschlichen Körpers. Beim Aktzeichnen steht die Skizze im Vordergrund. Im Gegensatz zum Akt Malen, bei dem Flächen, Farbe und Duktus des Pinselstriches im Vordergrund stehen, wird beim Aktzeichnen mit Konturen und Formen gearbeitet. Graphit, Kreide und Kohle kommen zum Einsatz. Es geht darum, Proportion, Bewegung, Geste, Haltung, Form, Licht und Schatten in Konturen und Schraffierungen zu fassen.

Zeichnen kann man lernen, es ist eine Frage der Übung, Malen dagegen benötigt Inspiration und Kreativität. So dient Aktzeichnen der Beobachtung und dem gedankenschnellen Übertragung des Beobachteten auf das Blatt. Vom Moment des Erfassens mit den Augen bis zum Wechsel des Blickes auf das Blatt, werden die Wahrnehmung, das Abspeichern und die Wiedergabe von Details trainiert.

Der Akt verzeiht dabei nicht. Jeder erkennt seht schnell Abweichungen und Unkonzentriertheit. Der menschliche Körper ist ähnlich wie das Portrait extrem intolerant auf Fehler und Ungenauigkeiten. Je häufiger trainiert wird, desto schneller und detailgetreuer wird die Zeichnung.

Das lebende Aktmodell ist wichtig, es lässt in jeder Situation eine Perspektivänderung zu, die der Proportionsfindung dient. Mit einer zweidimensionalen Fotografie als Vorbild lässt sich das kaum erreichen.  Am ehesten noch könnte eine Statue ähnlich wirkungsvoll als Modell eingesetzt werden.

Von Bedeutung ist auch die Kenntnis der anatomischen Grundlagen  und Zusammenhänge des menschlichen Körpers. Nicht, dass man ein Medizinstudium daraus machen sollte, aber der Blick auf ein Skelett oder in Trainingsbücher für Muskelpartien ist kein Fehler.

Unsere Dozenten an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor legen Wert auf sehr kurze und mittellange Zeichnungsintervalle. So werden am Beginn jeder Doppelstunde mehrere zweiminütige Aktskizzen gezeichnet.  Diesem Ritual folgen 15 minütige Stellungen, bei denen Details, wie Füße, Hände oder Kopfhaltungen geübt werden können. Wesentlich für eine gelungene Aktzeichnung ist auch die Erfassung der „Nervigkeit“, wie sie unser Prof. Markus Lüpertz, bezeichnet, also die Sichtbarmachung der körperlichen Spannung und Gliedrigkeit der Muskeln. Die Abbildung des unbekleideten Körpers in Spannung ist eine schwierige künstlerische Aufgabe. Das Ergebnis des Aktzeichnens bezeichnet man als Akt.

Hautspannung

Aktmalerei in Öl verlangt zunächst ein Gefühl für Proportionen und Plastizität. Den nachfolgenden  Ausführungen lagen Kohle-, Pastell- und Graphit-Skizzen aus dem Aktunterricht zugrunde, die auf größere Fotokarton Formate (100 x 70 cm) und Leinwände (140 x 75 cm) mit Licht und Schatten Effekten in Graphit übertragen wurden. Details, wie z.B. Hände, wurden nochmals nachgestellt und einzeln ins Bild hinein gesetzt.

Alle Figuren wurden zunächst in Öl auf mit Emulsion (EVA, altrosa) präparierte Blätter/Leinwände gemalt. Auf die Nachbearbeitung des Hintergrunds wurde bewusst verzichtet. Dadurch wirken die Bilder jetzt „grafisch“ mit wenig Tiefenschärfe. In einen weiteren Arbeitsgang wurde versuchsweise der Hintergrund von zwei Aktbildern nachgearbeitet und mit Emulsionen in Grau, Blau, Violett und Rot behandelt. Die Licht-/Schattenwirkung verstärkt nun die Plastizität der Figur. Allerdings nimmt der neue Hintergrund auch einen Teil der Aufmerksamkeit des Betrachters in Beschlag, sodass das Auge zu wandern beginnt.

Die Arbeiten entstanden an der Freien Kunstakademie in Überlingen im Dezember 2017 und bilden eine Serie mit den Portraits in Öl und Acryl, die im Herbst abgeschlossen wurden. Aus einer Grundmischung von Hautfarbe –Typ und Kalt- Warmabwandlungen wurden auf der Palette fünf bis sechs Grundtöne gemischt und flächig ins Bild gesetzt und anschließend nass in nass vermalt.

Aktstudien in Kohle

Im September und November 2017 hatten wir verschiedene weibliche und männliche Aktmodelle in unserer wöchentlichen Doppelstunde an der Freien Kunstakademie Überlingen. Die uns selbst gestellte Aufgabe war, in einem Format von 100 x 70 cm Blatt möglichst plastische Körper zu zeichnen. Die Posituren wurden zeitlich auf max. 15 – 20 Minuten limitiert. Ich habe mich für Kohle und zur Aufhellung des grauen Papiers etwas weiße Kreide entschieden. Die Maltechnik beinhaltet ein einfaches Verwischen und Reiben nach dem Konturauftrag. Auf Proportionen sowie auf Kopf, Hand und Fuß wurden diesmal ebenfalls ein besonderes Augenmerk unseres Dozenten Antonio Zecca gelegt.

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